Die Sache mit dem grüneren Gras: Mit diesen 3 Fragen finden Sie heraus, ob sich ein Jobwechsel wirklich lohnt.

Den Wunsch, seinem Chef nach einem gebrauchten Arbeitstag die Kündigung auf den Tisch zu legen, hat wohl jeder einmal. Doch wann macht ein Jobwechsel tatsächlich Sinn? Probezeit, neue Kollegen, möglicherweise ein Umzug: Eine berufliche Weiterentwicklung ist immer auch mit Risiken verbunden – daher helfen vor einem solchen Schritt einige grundsätzliche Überlegungen.
Ständige Überbelastung, chaotische Projekte, mangelnde Wertschätzung der Arbeitskraft seitens des Arbeitgebers, mangelnde Perspektive oder anstrengende Kollegen sind aktuell die am häufigsten genannten Gründe unter Fach- und Führungskräften sich über einen Wechsel Gedanken zu machen.
Doch woran erkennen sie, dass sie ernsthaft einen Wechsel in Erwägung ziehen sollten? Wir haben ihnen einige Kriterien zusammengefasst, die sie vielleicht zum Nachdenken anregen.

1. Fühlen sie sich fachlich latent oder stark unter-/überfordert?

Stellen sie sich folgende Fragen:

– Was müsste sich konkret innerhalb ihres Aufgabengebietes verändern, damit sie sich wieder optimal gefordert fühlen?
– Haben sie diese Punkte bereits strukturiert in einem Gespräch (nicht zwischen Tür und Angel oder zwischen den Zeilen) mit ihrem Chef geäußert?
– Haben sie konkrete und realistische Vorschläge unterbreitet?
– Hat ihr Vorgesetzter auf ihren Wunsch reagiert und Ihnen aufgezeigt, was er konkret verändern kann und wird? Hat er seine Versprechungen umgesetzt?

2. Fühlen sie sich unterbezahlt?

– Haben sie ihr Gefühl anhand von Fakten untermauert?
– Wie viel verdient eine vergleichbare Fachkraft mit vergleichbarer Ausbildung/Studium/Berufserfahrung am Arbeitsmarkt?
– Liegen sie unter dem Durchschnitt?
– Gehören sie zu den starken „Performern“ in ihrer Abteilung?
– Wie viel Geld haben sie für ihren Arbeitgeber erwirtschaftet/eingespart?
– Welche Skills haben sie sich seit der letzten Gehaltserhöhung angeeignet?
– Haben sie vor ihrem Arbeitgeber im Mitarbeitergespräch ihren Gehaltswunsch geäußert?

3. Sehen sie keine langfristige Perspektive für ihre persönliche Entwicklung?

– Haben sie mit ihrem Vorgesetzten schon einmal einen klaren Plan für die Entwicklung ihrer Karriere im Unternehmen geführt?
– Konnten sie sich auf konkrete Meilensteine und Zeitrahmen festlegen?
– Welche Karrierewege haben ehrgeizige Kollegen gehen können?
– Bieten sich in ihrer Firma Aufstiegsmöglichkeiten durch Wachstum oder müssten sie warten, bis jemand „wegstirbt“ um aufzusteigen?
– Gibt es auch unabhängig von einer nominellen Beförderung Möglichkeiten sich fachlich weiter zu entwickeln (intern wie extern)?

 

Wie geht es weiter?

Machen sie sich bewusst, dass ihnen kein Arbeitgeber den 100% Job bieten kann. Wenn sie allerdings die drei genannten Fragen teilweise oder größtenteils mit einem ja beantworten, nehmen sie sich etwas Zeit und erstellen sie eine Pro- und Kontra-Liste. Sollten die Punkte auf der Kontra-Seite überwiegen, machen sie sich einen Plan. Sprechen sie mit ihrem Partner und Freunden. Was ist ihnen wichtig? Erstellen sie ein Ranking (unverzichtbar, sehr wichtig, weniger wichtig). Recherchieren sie am Arbeitsmarkt (Kununu, Xing, spezialisierte Personalberatungen) über interessante Arbeitgeber und checken sie die Karriereseiten der Firmen nach geeigneten Vakanzen. Optimieren sie ihren Lebenslauf und stimmen sie ihr Anschreiben ab. Bewerben sie sich und lassen sie sich im Bewerbungsgespräch nicht von der ersten Euphorie ablenken. Stellen sie im Gespräch dagegen die Fragen entsprechend ihres Rankings. Wenn sich die „unverzichtbaren“ und „sehr wichtigen“ Punkte auch bei der neuen Stelle nicht wiederfinden, sehen sie von der Position ab.
Nach dem finalen Gespräch sollten sie eine erneute Pro/Kontra-Liste erstellen. Überwiegt das Pro und stimmt ihr Bauchgefühl, steht einem Wechsel nichts mehr im Weg.

von Regina Schlien

 

*Bildquelle: Stephan Bratek, Gerd Altmann / pixelio.de

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